2008_World_Junior_Championships_in_Athletics

Läufer einst und heute: 
Leichtathletikweltmeisterschaft der Junioren 2008                                                                                                   

Langstreckenläufer (333/32 v. Chr.)

Vorwort

Im Jahr 2016 finden in Rio de Janeiro die Spiele der XXXI. Olympiade der Neuzeit statt. Damit kann die olympische Bewegung der Moderne auf eine 120-jährige Geschichte zurückblicken. Kurz ist dieser Zeitraum jedoch im Vergleich mit der über 1168 Jahre aufrechterhaltenen Tradition der Olympischen Spiele der Antike. Von 776 v. Chr. bis 393 n. Chr. sind 293 Olympiaden zu zählen bis die wichtigste Sportveranstaltung des Altertums ihr Ende fand. Die Erinnerung an diese legendären Wettkämpfe veranlasste Pierre de Coubertin, die Olympische Bewegung erneut ins Leben zu rufen. 1896 feierte „die Jugend der Welt“ im Ursprungsland der Olympischen Spiele erstmals wieder das Sportfest.

Ein Rückblick auf die antiken Spiele zeigt deutliche Unterschiede zu den modernen Spielen: In der Antike waren die Olympien zuallererst ein sakrales Ereignis, die Spiele waren heilig! (siehe: Die Organisation der Spiele)

Die Rückschau fördert aber auch eine Reihe von überraschenden Parallelen zur heutigen Zeit zu Tage:

Schon in der Antike waren die Olympischen Spiele ein Zuschauer-Magnet.

Das Wetteifern der griechischen Stadtstaaten um olympische Siege entspricht dem nationalen Kräftemessen der Moderne, das heute im Medaillenspiegel seinen Ausdruck findet. Damals wie auch in der Neuzeit suchten ehrgeizige Politiker aus sportlichen Erfolgen Kapital zu schlagen (vgl. den Fall des Tyrannen von Syrakus) (Für die neuzeitlichen Spiele sei hier an Berlin 1936, an die Austragung des Kalten Krieges auf dem Feld des Sports und an die propagandistische Verwertung der Olympischen Spiele durch die Machthaber in Peking und Moskau erinnert.)

Auch die Professionalisierung des Sports – eine Entwicklung, gegen das sich das olympische Komitee jahrzehntelang gestemmt hat – war in der Antike bereits verbreitet.

Der Erfolg der Olympischen Spiele bei Teilnehmern und Publikum (ver-)führte wie in der Neuzeit zu einer Ausweitung des Wettbewerbsprogramms – allerdings erstreckte sich diese Entwicklung in der Antike über Jahrhunderte (siehe: Die Disziplinen).

Auch die antiken Spiele blieben nicht von Skandalen verschont; die Versuchung, mit unlauteren Mitteln Siege zu erringen, ist kein neues Phänomen.

Aber vor allem verbindet, dass der sportliche Wettkampfgeist, den die Griechen kannten, im 19. und 20. Jahrhundert wiederentdeckt und wiederbelebt wurde. Sichtbarster Ausdruck dieses neuen-alten Sportsgeistes sind die Olympischen Spiele – damals wie heute! (siehe: Die olympische Idee: Wiederbelebung nach 1500 Jahren)

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