Läufer einst
und heute: |
Langstreckenläufer (333/32 v. Chr.) |
Einführung
Die Olympischen Spiele der Neuzeit werden seit 1896 ausgetragen. Damit kann die olympische Bewegung der Moderne auf eine imposant wirkende Historie zurückblicken. Kurz ist die Geschichte der neuzeitlichen Olympischen Spiele jedoch im Vergleich mit der über 1168 Jahre aufrechterhaltenen Tradition der Olympischen Spiele der Antike. Von 776 v. Chr. bis 393 n. Chr. sind 293 Olympiaden zu zählen, bis die wichtigste Sportveranstaltung des Altertums ihr Ende fand. Die Erinnerung an diese legendären Wettkämpfe veranlasste Pierre de Coubertin die Olympische Bewegung erneut ins Leben zu rufen. 1896 feierte „die Jugend der Welt“ in Griechenland, im Ursprungsland der Olympischen Spiele, erstmals wieder das Sportfest.
Ein Rückblick auf die antiken Spiele zeigt deutliche Unterschiede zu den modernen Spielen: In der Antike waren die Olympien zuallererst ein sakrales Ereignis: Die Spiele waren heilig! (siehe: Die Organisation der Spiele)
Die Rückschau fördert aber auch eine Reihe von überraschenden Parallelen zur heutigen Zeit zu Tage:
Schon in der Antike waren die Olympischen Spiele ein Zuschauer-Magnet.
Das Wetteifern der griechischen Stadtstaaten um olympische Siege
entspricht dem nationalen Kräftemessen der Moderne, das
heute im Medaillenspiegel seinen Ausdruck findet. Damals wie auch in
der Neuzeit suchten ehrgeizige Politiker aus sportlichen Erfolgen
Kapital zu schlagen (vgl. den Fall
des Tyrannen von Syrakus)
(Für die neuzeitlichen Spiele sei hier an Berlin 1936, an die
Austragung des Kalten Krieges auf dem Feld des Sports
und an die propagandistische Verwertung der Olympischen Spiele durch die
Machthaber in Peking und Moskau erinnert.)
Auch die Professionalisierung
des Sports – eine Entwicklung, gegen das sich das olympische
Komitee jahrzehntelang gestemmt hat – war in der Antike bereits
verbreitet.
Der Erfolg der Olympischen Spiele bei Teilnehmern und Publikum
(ver-)führte wie in der Neuzeit zu einer Ausweitung des
Wettbewerbsprogramms
– allerdings erstreckte sich diese Entwicklung in der Antike
über Jahrhunderte (siehe: Die
Disziplinen).
Auch die antiken Spiele blieben nicht von Skandalen
verschont; die Versuchung, mit unlauteren Mitteln Siege zu erringen,
ist kein neues Phänomen.
Aber vor allem verbindet, dass der sportliche Wettkampfgeist,
den die Griechen kannten, im 19. und 20. Jahrhundert wiederentdeckt
und wiederbelebt wurde. Sichtbarster Ausdruck dieses neuen-alten
Sportsgeistes sind die Olympischen Spiele – damals wie heute!
(siehe: Die
olympische Idee: Wiederbelebung nach 1500
Jahren)